Borussia Dortmund: Suche nach Verstärkungen läuft – Muss auch ein Gündogan-Ersatz her?

Seit dem vergangenen Wochenende ist der Wechsel von Robert Lewandowski, der keinen mehr überraschte, zum FC Bayern München offiziell. Bei Borussia Dortmund war man indes schon länger über den bevorstehenden Abschied des polnischen Nationalstürmer informiert, der sich damit zu den prominenten Abgängen der letzten Jahre – Nuri Sahin, Shinji Kagawa, Mario Götze – gesellt.

Ilkay Gündogan im Dress von Borussia DortmundAnders als in den vergangenen drei Jahren, als jeweils nur ein Leistungsträger die Offerte eines zahlungskräftigeren Vereins annahm, droht dem BVB im Sommer 2014 nun aber gleich der Verlust von zwei Stars. Neben Lewandowski könnte auch Ilkay Gündogan den Verein verlassen. Der seit August wegen Rückenproblemen ausgefallene Nationalspieler, der in der Rückrunde wieder angreifen will, wird seit langem mit Real Madrid in Verbindung gebracht, wo man einen Nachfolger für Xabi Alonso im zentralen Mittelfeld sucht.

Zwar sollen nach Aussagen von Gündogans Vater und Berater noch keine Gespräche mit den Königlichen stattgefunden haben, aber eben auch noch nicht mit dem BVB, der allerdings als erster Ansprechpartner gilt. Im Laufe der Rückrunde dürften beide Seiten aber zeitnah an einen Tisch kommen, um über eine Ausdehnung des noch bis Sommer 2015 laufenden Vertrages zu verhandeln. Sollte es dabei zu keiner Einigung kommen, gilt als sicher, dass Gündogan bereits ein Jahr vor Vertragsende verkauft würde. Neben Lewandowski auch Gündogan ablösefrei zu verlieren, kann und wird sich der BVB jedenfalls kaum leisten.

Obwohl unter anderem mit Matthias Ginter vom SC Freiburg und sogar Sami Khedira, der im Tausch mit Gündogan von Real Madrid kommen könnte, bereits potentielle Neuzugänge für zentrale Mittelfeld gehandelt werden, gilt das Dortmunder Hauptaugenmerk bei der Spielersuche im Moment dem Angriff, wo es nicht einfach werden wird, einen Spieler von der Qualität Lewandowskis zu finden. Kandidaten gibt es bereits einige, wobei gut möglich ist, dass die Borussia das bereits im letzten Sommer bestehende Interesse an Christian Benteke von Aston Villa wieder aufleben lässt. Der 23 Jahre alte Belgier wäre aufgrund eines Vertrages bis 2017 aber ebenso wenig ein Schnäppchen wie sein drei Jahre jüngerer Landsmann Michy Batshuayi, der sogar noch bis 2018 an Standard Lüttich gebunden ist. Eine vergleichsweise günstige Lösung wäre da wohl Adrian Ramos, dessen Vertrag bei Hertha BSC im Sommer 2015 endet und den die finanziell nicht auf Rosen gebetteten Berliner wohl im kommenden Sommer verkaufen müssten, sollte die erhoffte Vertragsverlängerung nicht zustande kommen.

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VfL Wolfsburg: Kevin de Bruyne im Anflug? – Ja-Cheol Koo plant Absprung

Zum Trainingsauftakt des VfL Wolfsburg am morgigen Samstag kann Trainer Dieter Hecking mit Junior Malanda einen Neuzugang begrüßen, der in der Januar-Transferperiode aber nicht der letzte Neue bleiben soll. Vielmehr arbeiten die Wölfe unverändert an der Verpflichtung von Malandas belgischem Landsmann Kevin de Bruyne, der vergangene Saison auf Leihbasis beim SV Werder Bremen einen bleibenden Eindruck hinterlassen hat und seit seiner Rückkehr im Sommer beim FC Chelsea nicht mehr glücklich zu werden scheint.

Fußballspieler Kevin de bruyne

Kevin de Bruyne schon bald im Dress von Wolfsburg?

De Bruyne hat sich bereits klar positioniert und auch mit Blick auf seine Chance, als Stammspieler der belgischen Nationalmannschaft in die WM 2014 zu gehen, wissen lassen, im Winter einen Wechsel anzustreben. Und nach Informationen des gewöhnlich sehr gut unterrichteten “Kicker“ hat sich der 21 Jahre alte Offensiv-Allrounder bereits mit mehreren Vereinen zu Gesprächen getroffen, wobei die Tendenz dem Vernehmen nach klar in Richtung Wolfsburg gehen soll. Bayer Leverkusen, das ebenfalls großes Interesse besitzt, hätte zwar genau wie die Wölfe die finanziellen Möglichkeiten, eine Ablöse im zweistelligen Millionenbereich zu stemmen, doch will de Bruyne seine Karriere offenbar lieber in Wolfsburg fortsetzen, wo er mit Manager Klaus Allofs einen alten Bekannten träfe. Allofs war es nämlich auch, der de Bruyne im Sommer 2012 nach Bremen lotste.

Während die Verpflichtung de Bruynes vor allem noch davon abhängt, wann der FC Chelsea zu konkreten Gesprächen bereit ist, scheint auch das Schicksal anderer Spieler mit diesem geplanten Transfer verknüpft. So gilt als wahrscheinlich, dass der wechselwillige Ja-Cheol Koo dann die Freigabe erhält, sobald de Bruynes Unterschrift unter einen Vertrag in Wolfsburg getrocknet ist. Auch bei Koo, der aktuell Stammspieler in der Elf Südkoreas ist, spielt die WM 2014 in den Zukunftsüberlegungen eine wesentliche Rolle.

Interessenten für den 24-Jährigen, der im Sommer nach eineinhalb starken Jahren als Leihspieler vom FC Augsburg zurückbeordert wurde, gibt es jedenfalls reichlich. Vor allem der 1. FSV Mainz 05, der schon im Sommer intensiv um Koo warb, aber auch erneut Augsburg und der SC Freiburg würden den Mittelfeldspieler gerne in ihren Reihen haben. Eine vermeldete Einigung über einen Wechsel für 3,5 Millionen Euro Ablöse nach Augsburg, dementierte Manager Allofs im “Kicker“ allerdings sehr entschieden: „Einige Klubs erkundigen sich zwar permanent, aber wir haben mit niemandem verhandelt und auch keine Bereitschaft signalisiert.“

Sobald de Bruyne in Wolfsburg ist, darf man aber davon ausgehen, dass sich die Wölfe in Sachen Koo gesprächsbereit zeigen. Wohin dessen Weg dann führen wird, ist aber noch offen. Die im Raum stehenden fünf Millionen Euro Ablöse wären jedenfalls sowohl für Mainz als auch für Augsburg und Freiburg ein dicker Brocken.

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Hannover 96: Tayfun Korkut neuer Trainer – Fehleinkauf Franca verliehen

Nur vier Tage nach der Entlassung von Mirko Slomka hat Hannover 96 an Silvester einen neuen Trainer vorgestellt. Nachdem zuvor zumindest in den Medien gehandelte Kandidaten wie Thomas Schaaf, Ralf Rangnick oder Andre Breitenreiter ihre Absage erteilt haben, fiel die Entscheidung doch überraschend auf Tayfun Korkut.

Stadion HannoverDer 39 Jahre alte Deutsch-Türke, der in Stuttgart geboren ist und deshalb perfekt Deutsch spricht, hat bislang keine Erfahrung als Cheftrainer im Profifußball und sich in Deutschland nur Meriten als Nachwuchstrainer beim VfB Stuttgart und bei der TSG 1899 Hoffenheim erworben. Bis zum Sommer fungierte der einstige türkische Nationalspieler als Co-Trainer der Türkei, wurde dann aber kurz vor Ende der WM-Qualifikation gemeinsam mit seinem Chef Abdullah Avci vor die Tür gesetzt.

Nun erhält Korkut, der 2011 seine Ausbildung zum Fußball-Lehrer abgeschlossen hat, die große Chance, sich in der Bundesliga zu beweisen und einen Namen zu machen. Hannovers Sportdirektor Dirk Dufner lässt indes keinen Zweifel daran, dass es sich um eine sehr gut überlegte Trainerwahl handelt: „Diese Verpflichtung ist eine bewusste Entscheidung für die Zukunft von Hannover 96. Mit Tayfun Korkut haben wir uns für einen jungen, top ausgebildeten und hoch motivierten Trainer entschieden, der uns mit seiner Persönlichkeit und seiner Vita voll überzeugt hat. Ich habe die große Zuversicht, dass wir gemeinsam erfolgreich sein werden“, so Dufner, der allerdings auch einräumte, dass die Entscheidung für Korkut eine mutige sei. Denn sollte es schief gehen und die auswärts noch punktlosen 96 noch weiter abrutschen, was in Anbetracht einen extrem schwierigen Auftaktprogramms nach der Winterpause mit Heimspielen gegen die aktuellen Top-Vier zumindest nicht ausgeschlossen werden kann, würde dies zwangsläufig auch auf Dufner zurückfallen, der sich bislang als Nachfolger des überaus erfolgreichen Jörg Schmadtke noch nicht profilieren konnte.

Abhängen wird Erfolg und Misserfolg bei den 96ern nach der Winterpause maßgeblich auch von den Spielern, die sich im Vergleich zu den letzten Wochen beträchtlich steigern müssen, soll die Zeit bis zum Saisonende sorgenfrei verlaufen. Keine Rolle spielt dabei der Brasilianer Franca, der ein Jahr nach seiner umstrittenen Verpflichtung ohne jeden Einsatz in der Bundesliga Hannover wieder in Richtung Heimat verlassen hat. Der defensive Mittelfeldspieler, der wegen seiner entgegen der Annahme von Slomka und Schmadtke geringeren Körpergröße für Schlagzeilen sorgte und anschließend krankheits- und verletzungsbedingt lange ausfiel, wechselt bis Ende Dezember 2014 auf Leihbasis zu Erstliga-Aufsteiger Palmeiras Sao Paulo. Ob Franca, der immerhin 1,3 Millionen Euro Ablöse gekostet hat, danach noch einmal nach Hannover zurückkehrt, darf zumindest angezweifelt werden.

 

Foto: Bernd Schwabe in Hannover

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