Hertha BSC: Dank des Investors in eine goldene Zukunft?

Hertha BSC Berlin KutteIm modernen internationalen Fußball sind Investoren längst gang und gäbe, in der Bundesliga aber wegen der 50+1-Regel, die eine vollständige Übernahme eines Vereins verhindert, aber bislang dennoch eine Seltenheit, wenn man die Ausnahmeregeln für Bayer Leverkusen, den VfL Wolfsburg und die TSG 1899 Hoffenheim einmal außen vor lässt.

Nun sorgte allerdings der Einstieg von US-Investor KKR bei Hertha BSC mit insgesamt 61,2 Millionen Euro für Aufsehen. 18 Millionen Euro flossen dabei für 9,7 Prozent der Hertha-Aktien, sieben Millionen Euro als Signing-Fee für den Abschluss und der große Rest st ein niedrig verzinstes Darlehen mit einer Laufzeit von mindestens sieben Jahren. Die Hertha kann sich mit diesem Geld von sämtlichen Altlasten befreien und diverse in der Vergangenheit veräußerte Recht zurückkaufen, was mit Blick auf die Zukunft von enormer Bedeutung ist. Weil nun weniger Zinsen und andere Verbindlichkeiten beglichen werden müssen, gewinnt die Hertha ab sofort pro Jahr etwa acht Millionen Euro Spielraum, der sicherlich zum Teil auch dafür genutzt werden wird, die Mannschaft von Trainer Jos Luhukay zu verstärken.

Zwar haben Luhukay und Preetz bereits unisono riskante Transfers ausgeschlossen, um nicht in naher Zukunft wieder vor einem Schuldenberg zu stehen, doch die eine oder andere Verpflichtung wird fraglos erleichtert. So gilt als sicher, dass die alte Dame den vom VfL Wolfsburg ausgeliehenen Tolga Cigerci per Kaufoption für eine Million Euro fest an sich binden wird. Außerdem hat die Hertha nun im Werben um den gleichfalls ausgeliehen Per Skjelbred vom Hamburger bessere Karten, obwohl keine Kaufoption besteht. Und schließlich sind auch die Hoffnungen gewachsen, den von zahlreichen Vereinen umworbenen Adrian Ramos vielleicht doch zu einer Vertragsverlängerung bewegen zu können. Sollten die Gespräche mit dem Kolumbianer trotz der verbesserten finanziellen Möglichkeiten scheitern, dürfte sich zumindest der aktuell an den HSV verliehen Pierre-Michel Lasogga nun eher von einer Rückkehr überzeugen lassen.

Darüber hinaus sind vor kurzem noch unmöglich erscheinende Transfers jetzt vielleicht doch machbar. Ein Beispiel in diesem Zusammenhang ist Fabian Johnson, der die TSG 1899 Hoffenheim unter der Woche darüber informiert hat, seinen auslaufenden Vertrag nicht mehr zu verlängern. Der US-Nationalspieler wird seit längerem als potentieller Neuzugang der Hertha gehandelt, galt bislang aber als zu teuer. Zwar steht Johnson dem Vernehmen nach auch bei Borussia Mönchengladbach hoch im Kurs, doch anders als noch im Januar geht die Hertha zumindest in finanzieller Hinsicht nicht chancenlos in mögliche Gespräche, auch wenn mit Neuzugänge das ausgewogene Gehaltsgefüge sicherlich nicht gesprengt wird.

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HSV: Calhanoglu verlängert bis 2018 – Ausstiegsklausel bei Tah

HSV bindet TalenteInmitten einer der größten Krisen der Vereinsgeschichte gibt es vom Hamburger SV auch noch etwas Positives zu vermelden. Wie der Bundesliga-Dino, der aktuell Gefahr läuft, diesen Status am Ende dieser Saison durch den ersten Abstieg aus dem 1963 eingeführten deutschen Fußball-Oberhaus zu verlieren, mitteilte, hat der von zahlreichen Vereinen aus dem In- und Ausland umworbene Hakan Calhanoglu seinen ohnehin noch bis 2016 laufenden Vertrag vorzeitig um zwei weitere Jahre bis 30. Juni 2018 verlängert. Das Bemerkenswerte daran ist, dass der 19 Jahre alte Mittelfeldspieler auf eine Ausstiegsklausel verzichtete und der Vertrag auch für die 2. Bundesliga Gültigkeit besitzt.

Calhanoglu, der in den letzten Wochen unter anderem mit Bayer Leverkusen, dem FC Arsenal und Galatasaray Istanbul in Verbindung gebracht wurde, will mit seiner Unterschrift im Abstiegskampf ein Zeichen setzen und dem Umfeld signalisieren, dass innerhalb der Mannschaft der Glaube an die Rettung keineswegs schon geschwunden ist, wie es die beiden desaströsen Auftritte zu Beginn der Rückrunde gegen den FC Schalke 04 (0:3) und bei der TSG 1899 Hoffenheim vermuten ließen.

Glückt der Klassenerhalt, soll Calhanoglu zum Fixpunkt einer neuen Mannschaft werden, die dem HSV wieder zu altem Glanz verhelfen soll. Eine wichtige Rolle in diesen Planungen nimmt mit Jonathan Tah ein weiterer Youngster ein, der in diesen Tagen ebenfalls in die Schlagzeilen geriet, allerdings in weitaus negativere als sein Kollege Calhanoglu. So tauchte der Ende des vergangenen Jahres ausgehandelte und unterschriebene neue Vertrag des Innenverteidigers in den Medien auf, womit nun jeder weiß, dass der 17-Jährige aktuell rund 50.000 Euro im Monat verdient, die sich bis zum letzten Vertragsjahr 2017/18 dank einer vereinbarten Staffelung auf 120.000 Euro mehr als verdoppeln werden. Während es zumindest zu hinterfragen ist, einem Spieler mit der Erfahrung von 15 Bundesliga-Spielen ein Grundgehalt von 4,5 Millionen über die kommenden Jahre hinweg zu garantieren, das durch Prämien und Klauseln noch deutlich steigen kann, sorgten vor allem Gerüchte darüber, dass der Vertrag gar nicht gültig sein könnte, für Aufregung. HSV-Sportdirektor Oliver Kreuzer will sich mit den Äußerungen von Tahs Vater, laut dem ein solch langer Vertrag mit einem Minderjährigen nicht hätte geschossen werden dürfen, gar nicht lange aufhalten und hat nach Rücksprache mit der DFL auch keinen Zweifel an der Gültigkeit des Vertragswerks. Dieses enthält unter anderem auch eine Ausstiegsklausel, die Tah vor Vertragsende einen Wechsel für festgeschriebene 25 Millionen Euro ermöglicht. Anders als Calhanoglu hat sich der Junioren-Nationalspieler also nicht bedingungslos an den HSV gebunden, doch bis ein Verein die vereinbarte Summe auf den Tisch legt, ist es noch ein weiter Weg.

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Borussia Mönchengladbach: Arango und Daems vor Aus? – Kommt Jansen?

Marcell Jansen Rückkehr zu M'Gladbach Trotz der beiden Niederlagen zum Rückrundenstart gegen den FC Bayern München (0:2) und bei Hannover 96 (1:3) befindet sich Borussia Mönchengladbach unverändert in einer sehr guten Ausgangsposition um die internationalen Plätze, auch wenn der dritte Platz inzwischen wieder abgetreten werden musste und die Mannschaft von Trainer Lucien Favre nur noch Fünfter ist. Dennoch hat Gladbach aktuell alle Chancen, am Saisonende zumindest in der Europa League zu landen, was für den Traditionsklub vom Niederrhein fraglos als Erfolg zu werten wäre, auch wenn gerade wegen Platz drei über Weihnachten im Umfeld auch von der Champions League geträumt wurde.

Allgemein ist die Entwicklung in Mönchengladbach so positiv, dass der Borussia dauerhaft eine Rolle im vorderen Feld der Bundesliga zuzutrauen ist. Dafür wollen und werden die Gladbacher Verantwortlichen im kommenden Sommer noch einmal investieren. Die zu erwartende Ablösesumme im Bereich von kolportierten zwölf Millionen Euro, die der FC Barcelona für Keeper Marc-Andre ter Stegen zu zahlen bereit sein soll, werden aller Voraussicht nach komplett in neue Spieler fließen. Für einen neuen Torhüter ist dabei in etwa die Hälfte dieser Summe eingeplant. Sowohl Oliver Baumann vom SC Freiburg als auch Yann Sommer vom FC Basel, die als heißeste Kandidaten gehandelt werden, würden mit sechs bis sieben Millionen Euro zu Buche schlagen.

Bleibt noch eine nette Summe, um den Kader anderweitig zu verstärken, zumal Gladbach offenbar auch durch die Abgänge von Filip Daems und Juan Arango weiteren Spielraum im Etat erhält. Bestätigt ist die Entscheidung zwar noch nicht, doch nach Informationen der “Bild“ wird die Borussia die auslaufenden Verträge des 35-jährigen Daems und des noch zwei Jahre jüngeren Arango nicht mehr verlängern.

Das bedeutet gleichzeitig, dass für die linke Seite neue Spieler gesucht werden müssen, wobei der erste Neuzugang mit Ibrahima Traore vom VfB Stuttgart dem Vernehmen nach bereits gefunden ist. Während der 25-Jährige, der ablösefrei wechseln kann, der Ersatz für Arango auf dem linken Flügel wäre, nehmen die Spekulationen um eine bevorstehende Rückkehr von Marcell Jansen zu.

Der Nationalspieler, der Gladbach 2007 für zwölf Millionen Euro in Richtung FC Bayern München verlassen hat und ein Jahr später zum Hamburger SV weitergezogen ist, kann den HSV im Sommer für festgeschriebene fünf Millionen Euro verlassen und wird allem Anschein nach von dieser Ausstiegsklausel Gebrauch machen. Nachdem Gladbachs Sportdirektor Max Eberl bereits erklärt hat, um die Qualitäten Jansens zu wissen, würde es jedenfalls nicht verwundern, wenn der zweite Teil der Ablöse für ter Stegen in die Verpflichtung des gebürtigen Mönchengladbachers fließen würde.

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