HSV: Calhanoglu verlängert bis 2018 – Ausstiegsklausel bei Tah

HSV bindet TalenteInmitten einer der größten Krisen der Vereinsgeschichte gibt es vom Hamburger SV auch noch etwas Positives zu vermelden. Wie der Bundesliga-Dino, der aktuell Gefahr läuft, diesen Status am Ende dieser Saison durch den ersten Abstieg aus dem 1963 eingeführten deutschen Fußball-Oberhaus zu verlieren, mitteilte, hat der von zahlreichen Vereinen aus dem In- und Ausland umworbene Hakan Calhanoglu seinen ohnehin noch bis 2016 laufenden Vertrag vorzeitig um zwei weitere Jahre bis 30. Juni 2018 verlängert. Das Bemerkenswerte daran ist, dass der 19 Jahre alte Mittelfeldspieler auf eine Ausstiegsklausel verzichtete und der Vertrag auch für die 2. Bundesliga Gültigkeit besitzt.

Calhanoglu, der in den letzten Wochen unter anderem mit Bayer Leverkusen, dem FC Arsenal und Galatasaray Istanbul in Verbindung gebracht wurde, will mit seiner Unterschrift im Abstiegskampf ein Zeichen setzen und dem Umfeld signalisieren, dass innerhalb der Mannschaft der Glaube an die Rettung keineswegs schon geschwunden ist, wie es die beiden desaströsen Auftritte zu Beginn der Rückrunde gegen den FC Schalke 04 (0:3) und bei der TSG 1899 Hoffenheim vermuten ließen.

Glückt der Klassenerhalt, soll Calhanoglu zum Fixpunkt einer neuen Mannschaft werden, die dem HSV wieder zu altem Glanz verhelfen soll. Eine wichtige Rolle in diesen Planungen nimmt mit Jonathan Tah ein weiterer Youngster ein, der in diesen Tagen ebenfalls in die Schlagzeilen geriet, allerdings in weitaus negativere als sein Kollege Calhanoglu. So tauchte der Ende des vergangenen Jahres ausgehandelte und unterschriebene neue Vertrag des Innenverteidigers in den Medien auf, womit nun jeder weiß, dass der 17-Jährige aktuell rund 50.000 Euro im Monat verdient, die sich bis zum letzten Vertragsjahr 2017/18 dank einer vereinbarten Staffelung auf 120.000 Euro mehr als verdoppeln werden. Während es zumindest zu hinterfragen ist, einem Spieler mit der Erfahrung von 15 Bundesliga-Spielen ein Grundgehalt von 4,5 Millionen über die kommenden Jahre hinweg zu garantieren, das durch Prämien und Klauseln noch deutlich steigen kann, sorgten vor allem Gerüchte darüber, dass der Vertrag gar nicht gültig sein könnte, für Aufregung. HSV-Sportdirektor Oliver Kreuzer will sich mit den Äußerungen von Tahs Vater, laut dem ein solch langer Vertrag mit einem Minderjährigen nicht hätte geschossen werden dürfen, gar nicht lange aufhalten und hat nach Rücksprache mit der DFL auch keinen Zweifel an der Gültigkeit des Vertragswerks. Dieses enthält unter anderem auch eine Ausstiegsklausel, die Tah vor Vertragsende einen Wechsel für festgeschriebene 25 Millionen Euro ermöglicht. Anders als Calhanoglu hat sich der Junioren-Nationalspieler also nicht bedingungslos an den HSV gebunden, doch bis ein Verein die vereinbarte Summe auf den Tisch legt, ist es noch ein weiter Weg.

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