Hertha BSC: Ramos oder Lasogga – Wer wird 2014 verkauft?

2009/10 und 2011/12 musste Hertha BSC am Ende der Saison auch deshalb den bitteren Gang in die zweite Liga antreten, weil die Offensive der Berliner nur selten wirklich funktionierte. Lediglich 34 Treffer am Ende der Spielzeit 2009/10 und 38 Treffer zwei Jahre später waren ein Grund dafür, warum dem Hauptstadt-Klub das Unternehmen Klassenerhalt misslang.

Nach zwölf Spieltagen in der neuen Saison ist die Hertha aber wie allgemein auch in dieser Hinsicht auf einem guten Weg. Schon 20 erzielte Tore sind zwar in der Bundesliga auch nur ein durchschnittlicher Wert, aber dennoch deutlich mehr als zum gleichen Zeitpunkt der Abstiegsjahre. Großen Anteil daran hat sicherlich Adrian Ramos, der schon sieben Treffer und vier Vorlagen auf seinem Konto hat. Der kolumbianische Angreifer, dessen großes Ziel die WM-Teilnahme im nächsten Sommer ist, ist momentan so stark und effektiv wie nie zuvor in seinen mittlerweile gut vier Jahren in Berlin. Das weckt natürlich auch bei anderen Klubs Begehrlichkeiten, die wissen, dass der Vertrag des 27-Jährigen im Sommer 2015 ausläuft, wodurch die Hertha bei ausbleibender Verlängerung nur noch im nächsten Sommer eine stattliche Ablöse erzielen könnte.

Verkauft man Lasogga an den HSV?

Lasogga im Trikot seines Stammvereins Hertha BSC

Welches Trikot wird der Stürmer nächstes Jahr tragen?

Und ein Verkauf von Ramos ist aktuell nicht auszuschließen, da die finanziell nicht auf Rosen gebettete Hertha es sich nicht erlauben kann, einen der wertvollsten Spieler ablösefrei zu verlieren. Hochkarätiger Ersatz stünde indes schon bereit, läuft der Ende August an den Hamburger SV verliehene Pierre-Michel Lasogga, der sich in Berlin mit der Jokerrolle hätte begnügen müssen, beim Ligarivalen doch zu großer Form auf und hat in neun Spielen in Bundesliga und DFB-Pokal neun Tore erzielt. Der HSV würde den 21 Jahre alten Angreifer nun natürlich liebend gerne fest verpflichten, besitzt aber keine Kaufoption, sodass die Hertha in jedem Fall das letzte Wort hat. Wie bei Ramos läuft allerdings auch Lasoggas Vertrag am 30. Juni 2015 aus und es ist schwer vorstellbar, dass Berlin mit zwei Angreifern, deren Verträge nur noch von überschaubarer Dauer sind, in die nächste Saison geht.

Auch wenn Hertha-Manager Michael Preetz auf der Mitgliederversammlung zu Beginn der Woche erklärt hat, dass Lasogga nach Ablauf des Leihgeschäftes mit dem HSV nach Berlin zurückkehren werde, dürfte es sich eher um eine Aussage taktischer Natur handeln, um die eigene Verhandlungsposition nicht zu schwächen. Denn klar ist schon jetzt, dass in den nächsten Monaten nicht nur die Hertha und der HSV um den bulligen Angreifer werben werden, sondern auch diverse andere Vereine aus dem In- und Ausland ihre Fühler ausstrecken dürften. Kann Berlin für Lasogga eine ordentliche Ablöse im hohen einstelligen Millionenbereich erzielen, dürfte der Angreifer die Freigabe erhalten. Ein Verkauf Lasoggas ist jedenfalls wahrscheinlicher als der Abgang von Ramos, wobei letztlich erst die nächsten Monate zeigen werden, wer letztlich zu Beginn der Saison 2014/15 im Hertha-Angriff aufläuft.

Foto: Amy Leonie / Wikimedia

Lizenz: Creative Commons-Lizenz Namensnennung 3.0 Unported