Borussia Dortmund: Matthias Ginter und Kevin Volland im Visier?

In den vergangenen drei Jahren hat Borussia Dortmund mit dem mittlerweile wieder zurückgekehrten Nuri Sahin, Shinji Kagawa und Mario Götze stets einen Leistungsträger verloren. Im Anschluss daran haben es Trainer Jürgen Klopp und Sportdirektor Michael Zorc aber immer wieder geschafft, mit Neuzugängen den Qualitätsverlust aufzufangen und eine noch stärkere Mannschaft auf den Platz zu schicken.

Kevin VollandAuch im kommenden Sommer steht dem BVB diese Herausforderung wieder bevor, gilt doch der Wechsel von Robert Lewandowski zum FC Bayern München schon seit langem als beschlossene Sache. Weil darüber hinaus auch das Interesse am nur noch bis 2015 unter Vertrag stehenden Ilkay Gündogan rege ist und zudem Spieler wie Mats Hummels oder Marco Reus ebenfalls immer mit ausländischen Spitzenklubs in Verbindung gebracht werden, ist sogar nicht ausgeschlossen, dass die Borussia im Sommer 2014 mehrere Lücken schließen muss.

Deshalb halten die Verantwortlichen in Dortmund aber schon jetzt Ausschau nach Spielern, die mögliche Abgänge kompensieren und womöglich sogar das allgemeine Niveau im Kader noch einmal anheben könnten. Schon seit längerem hat der BVB so ein Auge auf Matthias Ginter vom SC Freiburg und Kevin Volland von der TSG 1899 Hoffenheim geworfen, die beide als große Talente mit riesigem Potential gelten.

Weil die Verletzungen von Neven Subotic und Hummels dem BVB aktuell schonungslos vor Augen führen, dass die Personaldecke gerade in der Defensive nicht sonderlich dick ist, wäre die Verpflichtung des sowohl in der Innenverteidigung als auch im defensiven Mittelfeld einsetzbaren Ginter fraglos sinnvoll, auch wenn der SC Freiburg sein noch bis 2015 gebundenes Eigengewächs kaum unter einer Ablöse von zehn Millionen Euro ziehen lassen wird.

Eine ähnliche und tendenziell sogar noch etwas höhere Summe dürfte Hoffenheim für Volland aufrufen, der mit sechs Toren und vier Vorlagen bei 13 Einsätzen eine ganz starke Saison spielt und als das größte deutsche Stürmertalent gilt. Der 21 Jahre alte Volland wäre zwar nicht unbedingt der Ersatz für Lewandowski als Stoßstürmer, allerdings eine Alternative für alle drei Positionen in der offensiven Dreierreihe. Und sollte kein anderer Hochkaräter für das Sturmzentrum gefunden werden, könnte Volland die Position im Zentrum schon ausfüllen, wenn auch mit etwas anderer Spielweise als Lewandowski.

Obwohl letzterer ablösefrei nach München wechseln wird, verfügt der BVB über eine ordentlich gefüllte Kasse, mit der Investitionen im zweistelligen Millionenbereich möglich sein sollten. Und wenn tatsächlich noch ein Leistungsträger wie Gündogan gehen sollte, dürfte die dafür eingenommene Ablöse ähnlich wie beim Götze-Transfer komplett reinvestiert werden.

 

 

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1. FC Nürmberg: Kommt im Winter Verstärkung vom FC Bayern München?

Nach 14 Spieltagen ohne Sieg geht beim 1. FC Nürnberg immer mehr die Angst vor dem achten Abstieg der Vereinsgeschichte um. Damit es nicht soweit kommt und der Club zum alleinigen Rekordabsteiger wird (auch Arminia Bielefeld ist siebenmal abgestiegen), hat Sportvorstand Martin Bader gegenüber dem “Kicker“ für die Winterpause Investitionen in der Kader angekündigt, wobei wohl mit mehreren Neuzugängen zu rechnen ist: “Wir werden uns nicht scheuen, im Winter nachzulegen. Wir arbeiten Tag und Nacht und haben inzwischen eine lange Liste von unterschiedlichsten Spielern für alle Mannschaftsteile“, so Bader zum Stand der aktuellen Überlegungen.

Diego ContentoWährend die finanziellen Mittel für Nachbesserungen nicht zuletzt durch den Verkauf von Timm Klose im Sommer für rund sechs Millionen Euro an den VfL Wolfsburg vorhanden sind, müssen die Club-Verantwortlichen erst noch die richtigen Spieler finden. Im Gespräch sind dabei gleich mehrere Spieler des FC Bayern München, die leihweise nach Nürnberg kommen und beim Unternehmen Klassenerhalt helfen könnten. Ein Novum wäre diese Vorgehensweise indes nicht, entwickelten sich in der Vergangenheit angefangen von Sammy Kuffour in den 90er-Jahren über Breno und Mehmet Ekici bis hin zu Andreas Ottl schon mehrere Spieler, die beim FC Bayern keine große Rolle spielten, in Nürnberg prächtig. Auch wenn anschließend von den Genannten nur Kuffour auch in München zu einer festen Größe wurde, haben sich alle als Verstärkung für den FCN erwiesen, was nun dazu führt, dass sich Manager Bader in Absprache mit Trainer Gertjan Verbeek erneut in München umsieht.

Nach Informationen der “TZ“ sind so die beiden Talente Pierre-Emil Höjbjerg und Mitchell Weiser, die bei den Bayern nur selten im Profikader auftauchen und sich ihre Spielpraxis vorwiegend in der zweiten Mannschaft in der Regionalliga Bayern holen müssen, ein Thema. Neben diesen beiden gilt aber auch Diego Contento, der hinter David Alaba keine Chancen auf regelmäßige Einsätze als Linksverteidiger hat und von Trainer Pep Guardiola in der Innenverteidigung nur als Notlösung gesehen wird, als mögliche Verstärkung für den Club.

Contento ist vor allem auch deshalb interessant, weil sich der jahrelang als linker Verteidiger etablierte und wegen seiner starken Leistungen zum Publikumsliebling aufgestiegene Javier Pinola seit Monaten in einer tiefen Formkrise befindet, deren Ende nicht absehbar ist. Und Marvin Plattenhardt, im Moment Vertreter Pinolas, verfügt zwar über Potential, stellt dieses aber nicht immer unter Beweis und hat sich in nicht wenigen Spielen als Schwachpunkt der Viererkette erwiesen. Ob es zum einem Wechsel von Bayern-Talenten nach Nürnberg kommt, ist aufgrund der momentan Verletzungssorgen beim Rekordmeister aber ungewiss, zumal Vorstandsboss Karl-Heinz Rummenigge schon angekündigt hat, im Winter keine Kaderveränderungen zu planen.

 

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Topduell in Italien: Vorschau auf AC Mailand vs. AS Rom

AC Mailand LogoAm 16. Dezember wird um 20:45 ein Duell angepfiffen, dass die Herzen der Fans des italienischen Fußballs höherschlagen lassen wird. Zwei große Namen, die zudem überaus ambitioniert in der laufenden Spielzeit sind, treffen in Gestalt des AC Mailand und des AS Rom aufeinander. Für die Mannen vom Tiber ist dieses Duell von besonderer Bedeutung, können sie doch zeigen, dass alles, was bisher in dieser Saison gewesen ist, nicht nur ein glücklicher Lauf, sondern das Ergebnis harter Arbeit war. Milan muss hingegen darum kämpfen, dass nicht schon im Dezember keines der Saisonziele mehr erreichbar ist.

Die Ausgangsposition: Rom ist klarer Favorit

In den ersten Wochen der laufenden Saison war der AS Rom die Überraschungsmannschaft der Serie A. Inzwischen hat sich die Sichtweise längst gewandelt: Die Römer gelten als der größte Favorit auf den Scudetto. Die Tabelle gibt dies wieder: Die Roma liegt mit 32 Punkten nach zwölf Spieltagen auf dem Platz an der Sonne. Sensationell sind dabei vor allem die gezeigten Abwehrleistungen. Die Römer haben erst drei Gegentreffer kassiert. In keiner der europäischen Topligen kommt irgendeine Mannschaft auf einen derart guten Wert. Die Römer sind zudem aber auch in der Offensive stark. 26 erzielte Treffer bedeutet Rang zwei im ligaweiten Vergleich. Lediglich Inter Mailand konnte mit 29 Toren häufiger netzen.

Ganz anders das Bild bei Milan: Das Team war vor der Saison durchaus als ein Favorit auf den Titel gehandelt worden. Zumindest das Erreichen des internationalen Wettbewerbs galt als absolute Pflichtaufgabe. So wie es momentan aussieht, gelingt nicht einmal dies. Milan ist nach zwölf Spielen nur Elfter. Bislang lief in diesem Jahr noch überhaupt nichts wie gewünscht zusammen. 17 geschossenen Treffern stehen 19 Gegentoren gegenüber. Da half auch der viel beachtete Transfer von Skandalstürmer Mario Balotelli nicht. Einzig Mittelfeldspieler Sulley Muntari wusste in diesem Jahr bisher wirklich zu überzeugen. Rom ist deshalb klarer Favorit.

Die vermutliche taktische Ausrichtung der beiden Teams

Rom hält alle Trümpfe in der Hand. Milan muss kommen und das Spiel gewinnen, um nicht in der Tabelle schon jetzt alle Felle davon schwimmen zu sehen. Zudem treten die Rossoneri Zuhause vor heimischem Publikum an, das in dieser Saison nicht eben von ihrer Mannschaft verwöhnt worden ist. Die Roma kann sich hingegen auf ihre bärenstarke Abwehr verlassen und Milan mit schnellen Gegenstößen immer wieder weh tun. Eine zentrale Rolle kommt dabei Mittelfeldspieler Alessandro Florenzi zu. Der 22-Jährige ist so etwas wie die Entdeckung der Saison – zumindest was den internationalen Blickwinkel angeht. Er gilt als der beste Umschaltspieler für schnelle Gegenstöße, der momentan in der Serie A am Ball ist. Unterstützt wird er dabei von Daniele de Rossi, der im defensiven Mittelfeld auf Weltklasse-Niveau für Ordnung zu sorgen versteht.

Die Tendenz ist deshalb klar: Aller Voraussicht nach geht die Roma als Sieger vom Platz. Milan kann dies nur verhindern, wenn es den Rossoneri gelingt, die riesigen Löcher, die das Team in diesem Jahr vor allem auf den Außenbahnen in Mittelfeld und Abwehr zeigte, zu schließen. Zudem muss endlich wieder geplanter Angriffsfußball stattfinden. Der Abgang von Kevin-Prince Boateng ist noch immer nicht kompensiert. Es fehlt vor allem die organisatorische Klasse und die Geschwindigkeit des Neu-Schalkers.

Hertha BSC: Ramos oder Lasogga – Wer wird 2014 verkauft?

2009/10 und 2011/12 musste Hertha BSC am Ende der Saison auch deshalb den bitteren Gang in die zweite Liga antreten, weil die Offensive der Berliner nur selten wirklich funktionierte. Lediglich 34 Treffer am Ende der Spielzeit 2009/10 und 38 Treffer zwei Jahre später waren ein Grund dafür, warum dem Hauptstadt-Klub das Unternehmen Klassenerhalt misslang.

Nach zwölf Spieltagen in der neuen Saison ist die Hertha aber wie allgemein auch in dieser Hinsicht auf einem guten Weg. Schon 20 erzielte Tore sind zwar in der Bundesliga auch nur ein durchschnittlicher Wert, aber dennoch deutlich mehr als zum gleichen Zeitpunkt der Abstiegsjahre. Großen Anteil daran hat sicherlich Adrian Ramos, der schon sieben Treffer und vier Vorlagen auf seinem Konto hat. Der kolumbianische Angreifer, dessen großes Ziel die WM-Teilnahme im nächsten Sommer ist, ist momentan so stark und effektiv wie nie zuvor in seinen mittlerweile gut vier Jahren in Berlin. Das weckt natürlich auch bei anderen Klubs Begehrlichkeiten, die wissen, dass der Vertrag des 27-Jährigen im Sommer 2015 ausläuft, wodurch die Hertha bei ausbleibender Verlängerung nur noch im nächsten Sommer eine stattliche Ablöse erzielen könnte.

Verkauft man Lasogga an den HSV?

Lasogga im Trikot seines Stammvereins Hertha BSC

Welches Trikot wird der Stürmer nächstes Jahr tragen?

Und ein Verkauf von Ramos ist aktuell nicht auszuschließen, da die finanziell nicht auf Rosen gebettete Hertha es sich nicht erlauben kann, einen der wertvollsten Spieler ablösefrei zu verlieren. Hochkarätiger Ersatz stünde indes schon bereit, läuft der Ende August an den Hamburger SV verliehene Pierre-Michel Lasogga, der sich in Berlin mit der Jokerrolle hätte begnügen müssen, beim Ligarivalen doch zu großer Form auf und hat in neun Spielen in Bundesliga und DFB-Pokal neun Tore erzielt. Der HSV würde den 21 Jahre alten Angreifer nun natürlich liebend gerne fest verpflichten, besitzt aber keine Kaufoption, sodass die Hertha in jedem Fall das letzte Wort hat. Wie bei Ramos läuft allerdings auch Lasoggas Vertrag am 30. Juni 2015 aus und es ist schwer vorstellbar, dass Berlin mit zwei Angreifern, deren Verträge nur noch von überschaubarer Dauer sind, in die nächste Saison geht.

Auch wenn Hertha-Manager Michael Preetz auf der Mitgliederversammlung zu Beginn der Woche erklärt hat, dass Lasogga nach Ablauf des Leihgeschäftes mit dem HSV nach Berlin zurückkehren werde, dürfte es sich eher um eine Aussage taktischer Natur handeln, um die eigene Verhandlungsposition nicht zu schwächen. Denn klar ist schon jetzt, dass in den nächsten Monaten nicht nur die Hertha und der HSV um den bulligen Angreifer werben werden, sondern auch diverse andere Vereine aus dem In- und Ausland ihre Fühler ausstrecken dürften. Kann Berlin für Lasogga eine ordentliche Ablöse im hohen einstelligen Millionenbereich erzielen, dürfte der Angreifer die Freigabe erhalten. Ein Verkauf Lasoggas ist jedenfalls wahrscheinlicher als der Abgang von Ramos, wobei letztlich erst die nächsten Monate zeigen werden, wer letztlich zu Beginn der Saison 2014/15 im Hertha-Angriff aufläuft.

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BVB: Saison für Neven Subotic beendet – bessert Dortmund nochmal nach?

Vor einer Woche war bei Borussia Dortmund noch alles in bester Ordnung. Dem hochverdienten 3:1-Erfolg im prestigeträchtigen Derby beim FC Schalke 04 ließ der BVB im eigenen Stadion eine 6:1-Gala gegen den VfB Stuttgart folgen und alles war gerüstet für den dritten internationalen Sieg in Folge.

Doch gegen den FC Arsenal setzte es am vergangenen Mittwoch eine unerwartete 0:1-Pleite, nach der die Mannschaft von Trainer Jürgen Klopp um das Erreichen des Achtelfinales bangen muss. Und auch in der Bundesliga musste der BVB am Wochenende einen Rückschlag wegstecken. Trotz einer 1:0-Pausenführung durch einen von Marco Reus verwandelten Freistoß verlor die Borussia beim VfL Wolfsburg mit 1:2. Ricardo Rodriguez und Ivica Olic trafen im zweiten Durchgang für die Wölfe gegen einen BVB, der auch mit einigen umstrittenen Entscheidungen von Schiedsrichter Dr. Jochen Drees, der Robert Lewandowski aus Dortmunder Sicht gleich zweimal zu Unrecht einen Strafstoß verweigerte, haderte.

Subotic erlitt einen Kreuzbandriss

Die größte Hiobsbotschaft ereilte den BVB allerdings erst einige Stunden nach Abpfiff, als sich die schlimmsten Befürchtungen bei Neven Subotic bestätigten. Der serbische Innenverteidiger, der wenige Minuten vor der Pause nach einem unglücklichen Zweikampf mit Olic verletzt liegen geblieben war und vom Platz getragen werden muss, erlitt einen Riss des hinteren Kreuzbandes und einen Innenbandriss im rechten Knie. Bei einer Kernspintomographie stellte Mannschaftsarzt Dr. Markus Braun am Samstagabend die Schwere der Verletzung mit und erklärte sogleich, dass der 25 Jahre alte Abwehrspieler mit einer Zwangspause von mindestens sechs Monaten rechnen muss. Nüchtern betrachtet ist für Subotic die Saison damit wohl beendet.

Während Subotic selbst die Diagnose gefasst aufnahm und sogleich ankündigte, noch stärker zurückzukommen, droht dem BVB in der Innenverteidigung nun ein Engpass und es erweist sich auch im Nachhinein noch einmal als goldrichtig, im Sommer mit dem Griechen Sokratis einen dritten Hochkaräter für das Abwehrzentrum verpflichtet zu haben. Mit dem langfristigen Ausfall von Subotic hat Trainer Klopp nun aber mit Mats Hummels und eben Sokratis nur noch zwei gelernte Innenverteidiger von internationalem Format zur Verfügung. Mit Koray Günter und Marin Sarr stehen ansonsten lediglich zwei talentierte, aber noch völlig unerfahrene Alternativen für das Abwehrzentrum parat, sodass bei einem Ausfall von Sokratis oder Hummels mit Sven Bender oder Sebastian Kehl Notlösungen mit defensiven Mittelfeldspielern her müssten.

Da aber auf der Doppelsechs wegen des längerfristigen Fehlens von Ilkay Gündogan momentan auch keine allzu große Auswahl besteht, ist zu erwarten, dass Dortmund als Reaktion auf die Subotic-Verletzung im Winter noch einmal auf dem Transfermarkt zuschlägt. Es sei denn, dass einer der Youngsters Sarr und Günter in den nächsten Wochen richtig durchstartet und die Verpflichtung eines externen Innenverteidigers überflüssig macht.

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